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14. logRegio Logistikforum 2026
E-Mobilität trifft Infrastruktur: Logistik unter Strom
14. logRegio Logistikforum beleuchtet Chancen und Herausforderungen der elektrischen Logistik
Wie gelingt der Umstieg auf elektrische Nutzfahrzeuge, welche Anforderungen stellt die Lade- und Energieinfrastruktur an Logistikstandorte und wie können Unternehmen die Mobilitätswende strategisch gestalten? Diese und weitere Fragen standen im Mittelpunkt des 14. logRegio Logistikforums „E-Mobilität trifft Infrastruktur – Logistik unter Strom“ am 26. August 2026 in den media docks Lübeck. Rund 80 Gäste folgten der Einladung des logRegio e.V. und informierten sich über aktuelle Entwicklungen, praktische Erfahrungen und die Perspektiven für die Elektrifizierung des Straßengüterverkehrs.
Begrüßt wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer von Jörg Ullrich, 1. Vorsitzender des logRegio e.V. Durch das Forum führte in bewährter Tradition Dr. Can Özren, Pressesprecher der IHK zu Lübeck.
Die Logistik steht mit der zunehmenden Elektrifizierung des Straßengüterverkehrs vor einem grundlegenden Wandel. Neben der Frage nach geeigneten Fahrzeugen rücken insbesondere die notwendige Ladeinfrastruktur, Netzanschlüsse, verfügbare Ladeleistungen und ein intelligentes Energiemanagement in den Fokus. Für Unternehmen bedeutet die Transformation damit weit mehr als die Anschaffung neuer Fahrzeuge: Auch Standorte, Betriebsabläufe und die Energieversorgung müssen auf die neuen Anforderungen vorbereitet werden.
Elektrifizierung von Nutzfahrzeugen: Status quo und Perspektiven
Den Auftakt der Fachvorträge machte Ralf Tapken, Projektmanager bei der Landeskoordinierungsstelle Elektromobilität Schleswig-Holstein an der WTSH. In seinem Vortrag „Elektrifizierung von Nutzfahrzeugen – Status Quo und Perspektiven“ gab er einen Überblick über die aktuellen Entwicklungen und die Arbeit der Landeskoordinierungsstelle.
Im Mittelpunkt standen unter anderem der Masterplan Ladeinfrastruktur sowie die sogenannten Clean Room Gespräche mit den Fahrzeugherstellern. Tapken zeigte auf, wo die Elektrifizierung von Nutzfahrzeugen aktuell steht und welche Entwicklungen in den kommenden Jahren zu erwarten sind. Dabei wurden auch die Vorteile der E-Mobilität im Schwerlastverkehr sowie konkrete Unterstützungsangebote für Unternehmen thematisiert. Einen weiteren Schwerpunkt bildete das aktuelle Förderprogramm des Bundesministeriums für Digitales und Verkehr und die Ergebnisse des ersten Förderaufrufs.
CHEFS CULINAR: E-Mobilität aus der Unternehmenspraxis
Wie die Transformation im betrieblichen Alltag aussehen kann, zeigte anschließend Ralf Schliestedt, Leiter Logistik bei der CHEFS CULINAR GmbH & Co. KG in Kiel. Unter dem Titel „Aus der Praxis – CHEFS CULINAR transformiert zur E-Mobilität“ berichtete er über die Erfahrungen des Unternehmens auf dem Weg zur Elektrifizierung der Fahrzeugflotte.
Dabei wurde deutlich, dass die Umstellung auf E-Lkw eng mit dem Aufbau einer leistungsfähigen Ladeinfrastruktur verbunden ist. Neben technischen Fragestellungen gilt es, betriebliche Abläufe, Fahrzeugeinsatz und Ladeprozesse aufeinander abzustimmen. Der Praxisbericht gab den Teilnehmerinnen und Teilnehmern damit konkrete Einblicke in die Herausforderungen, aber auch in die Chancen einer schrittweisen Transformation.
Ladeinfrastruktur ganzheitlich denken
Jürgen Kellner, Leiter Geschäftskundenvertrieb der Stadtwerke Lübeck GmbH, widmete sich anschließend den „Lösungen zur Mobilitätswende in der Logistikbranche“. Im Mittelpunkt standen unterschiedliche Ansätze für die Ladeinfrastruktur im Logistikbereich.
Kellner konnte dabei auf Erfahrungen aus der Elektrifizierung des Bus-Fuhrparks der Stadtwerke sowie auf zahlreiche Mobilitätsprojekte mit Geschäftskunden aus unterschiedlichen Branchen zurückgreifen. Auch die Erfahrungen als Dienstleister für das E-Mobilitätskonzept der Hansestadt Lübeck flossen in seinen Vortrag ein.
Eine zentrale Botschaft: Technische Lösungen für Ladeinfrastruktur sollten nicht isoliert betrachtet werden. Entscheidend sei vielmehr eine ganzheitliche Betrachtung, bei der die jeweilige Unternehmensstrategie, die betrieblichen Anforderungen und die vorhandenen technischen Möglichkeiten miteinander in Einklang gebracht werden.
Netzanschluss als entscheidender Faktor
Den Blick auf die Perspektive der Energieversorgung richtete Jan-Philip Renitz, Abteilungsleiter Strom bei der TraveNetz GmbH in Lübeck. Er beleuchtete die Anforderungen, die mit der zunehmenden Elektrifizierung von Unternehmensflotten auf die Stromnetze und insbesondere auf die Netzanschlüsse von Unternehmen zukommen.
Damit wurde ein weiterer zentraler Aspekt der Transformation deutlich: Die Planung elektrischer Logistikstandorte muss frühzeitig mit der verfügbaren Netzinfrastruktur und den erforderlichen Anschlussleistungen abgestimmt werden. Für Unternehmen wird es daher immer wichtiger, den Energiebedarf ihrer künftigen Flotten und Ladeinfrastruktur bereits bei der strategischen Standort- und Investitionsplanung zu berücksichtigen.
Intensiver Austausch im Experten-Talk
Zum Abschluss wurden die Themen des Tages im Experten-Talk „E-Mobilität im Schwerlastverkehr trifft auf vorhandene Infrastruktur“ noch einmal gemeinsam mit den Referenten vertieft. Die rund 80 Gäste nutzten die Gelegenheit, konkrete Fragen und eigene Erfahrungen einzubringen und mit den Experten direkt ins Gespräch zu kommen.
Dabei zeigte sich: Die Elektrifizierung des Schwerlastverkehrs ist längst keine reine Zukunftsfrage mehr. Unternehmen, Energieversorger, Netzbetreiber und weitere Akteure stehen bereits heute vor der Aufgabe, Fahrzeugtechnologie, Ladeinfrastruktur, Netzkapazitäten und betriebliche Prozesse zusammenzubringen.
Das 14. logRegio Logistikforum machte deutlich, dass die erfolgreiche Mobilitätswende in der Logistik nur im Zusammenspiel aller Beteiligten gelingen kann. Neben technologischen Lösungen sind vor allem eine frühzeitige Planung, verlässliche Rahmenbedingungen und der offene Austausch zwischen Unternehmen, Infrastrukturbetreibern und Politik gefragt.
Mit dem 14. Logistikforum bot der logRegio e.V. erneut eine Plattform für Information, Vernetzung und den praxisnahen Austausch zu einer zentralen Zukunftsfrage der Logistikbranche.